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01 Mai 2014

[ In eigener Sache ] Machmal gibt es Zufälle....

Ich hatte heute eine leicht sonderbare Begegnung. Im Grunde fing alles mit dem heutigen Nagellack an bzw. mit meinem Accent Finger. Darauf habe ich, ohne große Hintergedanken, einfach aus einer Laune heraus, einen Rosenkranz gemalt.
Nachmittags war ich noch mit meinem Zwerg unterwegs und wir entschlossen spontan, uns noch mit meinem Vater zu treffen. Als Treffpunkt abgemacht war ein Industriegebiet mitten in Berlin. Zufälliger Weise landeten wir, nach einem kurzen Spaziergang, schließlich auf einem Friedhof. Na das passt ja, war mein erster Gedanke.

Auf diesem Friedhof irrte ein etwas älterer Herr durch die Gegend und schien auf der Suche nach einem Grab zu sein. Kurz darauf sprach er uns auch schon an und fragte uns, ob wir uns mit dem Bezeichnungssystem des Friedhofes auskennen würden.
Obwohl ich auch nur mutmaßen konnte, entschloss ich mich, dem netten Mann bei seiner Suche zu helfen, während der Zwerg von seinem Opa "bespaßt" wurde.

Leider war die Suche nicht erfolgreich, aber wir kamen ins Gespräch. Eine seiner ersten Fragen war, ob ich zufälliger Weise schreiben würde oder etwas mit Lyrik oder ähnlichem zutun hätte. Als ich dies bejahte, meinte er, das hätte er sich gedacht. Er fragte, ob ich auch etwas in der Richtung studiert hätte, woraufhin ich meinte, ich wollte es mal, hätte es aber nicht getan.

Daraufhin erzählte er mir eine Legende, die sich um eine große alte Linde rankt, die im havelländischen Brielow steht. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges fiel damals ein schwedischer Offizier, beim Kämpfen um den eben genannten Ort. Um das Grab des Offiziers wiederfinden zu können, beerdigte ihn seine Angetraute unter dieser Linde, weshalb sie heutzutage auch Schwedenlinde genannt wird.
Schwedenlinde in Brielow (Bild von Frank Gyssling)
Nach der totalen Verwüstung des damaligen "Brylows" zogen die Überlebenden zu eben dieser Linde, um dort ihr Leid zu klagen. Es entstand ein neues Brielow, was schließlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts seinen heutigen Namen erhielt.

Dann erzählte er mir von einem ihm bekannten Dichter, der eines Tages einen Ausflug ins brandenburgische Land machte und vor einem Hügel stehen blieb, mit dem Gefühl, dass er hinter diesem Hügel eine mächtige und imposante Linde sehen würde, die in gleißendes Licht getaucht wäre. Als er nun auf seinem Rad weiterfuhr, erblickte er die Schwedenlinde. Nicht so imposant, wie er sie sich vorher vorgestellt hatte, und auch nicht in gleißendes Licht getaucht, aber ihre Gestalt war für ihn so ehrfurchtsgebietend, dass er ein Gedicht über sie schrieb.
Schwedenlinde und angrenzender Friedhof (Bild von Jeroen Philippona)
Irgendwie hat dieser ältere Herr mit seiner Geschichte einen Nerv bei mir getroffen. Diese gesamte Begegnung war dermaßen skurril und beeindruckte mich auf eine unbestimmte Art. Wie der Mann sich am Ende auf eine Bank setzte, man ihm förmlich ansah, wie geknickt er war, dass er das Grab nicht gefunden hatte, es war zum Greifen spürbar, dass er sich für dieses gesuchte Grab auch eine solche Linde gewünscht hätte.

Meine Vater sprach dann mit ihm über die Bedeutung von Grabsteinen und die Wichtigkeit der Erinnerungen. Er fragte den Mann, ob er tatsächlich einen Grabstein brauche, um sich zu erinnern, was dieser verneinte. Wir verabschiedeten uns, der alte Mann blieb sitzen und rief mir noch hinterher, dass man sich vielleicht mal wiedersehen würde.

Als ich im Anschluss mit meinem Vater darüber sprach, hatten wir beide einen ähnlichen Gedanken. Er meinte, es gäbe Leute, die man nicht kennt und man hätte dennoch das Gefühl, man könnte durch sie viel erfahren und sich lange mit ihnen auseinandersetzen. Mir kam nur der Gedanke, dass ich diesen Mann vielleicht tatsächlich irgendwie und irgendwann, ebenso in gleißendes Licht getaucht wie die alte Linde, wiedersehen würde.

Keine Ahnung, warum ich das schreiben musste, aber manchmal gibt es einfach merkwürdige Dinge und Situationen. Diese hier, war eine davon.

Was haltet Ihr davon? Hattet Ihr auch schonmal eine Begegnung, die Euch auf merkwürdige Art und Weise berührt und/oder beeindruckt hat?

Kommentare:

  1. manchmal schreibt das leben die schönsten geschichten.

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    1. schön ja, aber irgendwie war die ganze situation schon auch etwas befremdlich..

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  2. eine schöne geschichte

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Ich freue mich über jeden Kommentar, den Ihr da lasst und nehme sie auch alle zur Kenntnis. Leider schaffe ich es zeitlich meist erst spät, sie zu beantworten. Trotzdem schaue ich in jedem Fall bei Euch vorbei.. :-)